Risse in der Wand: Harmlos oder ein Fall für den Gutachter?
Viele Risse sind nur ein Schönheitsfehler. Einige weisen jedoch auf Bewegungen im Gebäude hin, die Sie ernst nehmen sollten.
Risse im Putz entdecken die meisten Eigentümer irgendwann. Bei einer Besichtigung sorgen sie oft für Unsicherheit: Ist das Haus beschädigt, oder handelt es sich um einen normalen Alterungsprozess? Die Antwort hängt von Breite, Verlauf und Entwicklung des Risses ab.
Meist unbedenklich
Feine Netzrisse in der Putzoberfläche entstehen häufig durch Schwinden des Materials oder durch Temperaturschwankungen. Auch dünne Risse an Übergängen zwischen verschiedenen Baustoffen, etwa zwischen Mauerwerk und Holz, sind oft nur ein optisches Problem.
Genauer hinsehen sollten Sie bei
- Rissen, die breiter als etwa ein Millimeter sind
- Treppenförmigen Rissen im Mauerwerk
- Diagonalen Rissen an Fenster- und Türecken
- Rissen, die durch die ganze Wand verlaufen
- Türen und Fenstern, die plötzlich klemmen
Mögliche Ursachen
Hinter auffälligen Rissen können Setzungen des Baugrunds, eine veränderte Belastung durch Umbauten, Feuchtigkeit im Boden oder Erschütterungen stehen. Auch Baumwurzeln in der Nähe des Fundaments oder lange Trockenperioden können den Boden verändern.
Beobachten und dokumentieren
Markieren Sie die Enden des Risses mit Bleistift und Datum, messen Sie die Breite und fotografieren Sie ihn mit einem Maßstab. Wiederholen Sie dies im Abstand einiger Wochen. Ein Riss, der wächst, ist ein Warnsignal. Spätestens dann oder vor einem Kauf sollte ein Sachverständiger die Ursache und mögliche Folgen beurteilen.